News · Digitalisierung · 1. September 2026
Digitalisierung
Allianz legt Gesetzentwurf für digitale Stromnetze vor
17 Unternehmen fordern am 1. September 2026 30 Maßnahmen zu Netzanschluss, Smart Meter und pauschaliertem Schadensersatz gegen Verteilnetzbetreiber.
EVU Atlas Redaktion · 3 Minuten
Die Energiewende-Digitalisierungs-Allianz (EDA) hat am 1. September 2026 einen ausgearbeiteten Gesetzentwurf vorgelegt, kein Positionspapier. Dem Bündnis gehören 17 Unternehmen an, darunter 1Komma5°, E3/DC, Enpal, Green Planet Energy, LichtBlick, naturstrom, Octopus Energy, Rabot Energy und Sonnen.
Der Entwurf nennt 30 Einzelmaßnahmen in EEG, Energiewirtschaftsgesetz und Messstellenbetriebsgesetz. Ziel ist ein schnellerer, standardisierter Netzanschluss und eine durchgängige Digitalisierung der Verteilnetze.
Pauschalierter Schadensersatz als Hebel
Zentraler Punkt ist ein pauschalierter Schadensersatz. Netznutzer sollen Verteilnetzbetreiber in Anspruch nehmen können, wenn gesetzliche Digitalisierungs- und Anschlussstandards nicht erfüllt werden. Die Allianz argumentiert, das greife nicht unverhältnismäßig in Rechte der Netzbetreiber ein, sondern schärfe bestehende Pflichten und Fristen.
Smart Meter und 15-Minuten-Werte
- Beschleunigter Smart-Meter-Rollout mit Ansprüchen bei verfehlten Pflichteinbauquoten
- Pfad zur 15-Minuten-Werte-Kommunikation, auch für bisherige Standard-Lastprofil-Anschlüsse
- Wirksamere Durchsetzung der Steuerbarkeit von Photovoltaik und Wärmepumpen
- Stärkere Ausrichtung auf dynamisch-flexible Netzentgelte
Ob Bundesregierung und Bundestag den Entwurf aufgreifen, ist offen. Für Stadtwerke und VNB ist er trotzdem relevant: Er macht den Konflikt zwischen dezentraler Erzeugung und analoger Netz-IT öffentlich und justiziabel.
Im EVU Atlas liegen die genannten Vertriebe als eigene Rechtsträger. Die betroffenen Verteilnetze stehen unter Typ Netz. Wer den Entwurf einordnen will, sollte beides parallel lesen: Lieferant und Netzbetreiber sind selten dieselbe Firma.
Quellen
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